Lautheits- und Entfernungswahrnehmung von Sprache in virtuellen Räumen
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Abstract:
Der Schalldruckpegel am Ohr wird häufig als der wichtigste bestimmende Faktor für die empfundene Lautheit angesehen. Möglicherweise könnten darüber hinaus aber auch kognitive Faktoren wie die angenommene Quellleistung und die Sprechanstrengung die Lautheitswahrnehmung beeinflussen. In dieser Studie wird daher untersucht, ob die wahrgenommene Lautheit vom Pegel nahe der Quelle oder vom Schalldruckpegel am Ohr, welcher mit steigender Distanz zur Quelle sinkt, abhängt. Es wird der Einfluss des Sprachpegels, der Sprecherentfernung und der Sprechanstrengung auf die Lautheits- und Entfernungswahrnehmung betrachtet. Von einer weiblichen Sprecherin wurde der gleiche Satz bei drei unterschiedlichen Sprechanstrengungen aufgenommenen und im Schallpegel sowie der Entfernung zwischen virtueller Schallquelle und Hörposition in zwei virtuellen Räumen variiert. In Hörexperimenten wurden diese Stimuli Probanden binaural über Kopfhörer dargeboten. In separaten Versuchen hatten sie die Aufgabe, die empfundene Lautheit der Sprachsignale gegenüber einer SSN-Referenz zu bewerten sowie die Entfernung zur Schallquelle absolut einzuschätzen.Die Ergebnisse zeigen einen Einfluss von Pegel, Entfernung und Sprechanstrengung. Der Pegel nahe der Quelle ist entsprechend nicht der ausschließliche Einflussfaktor. Es ist ein Abfall der Lautheits- und ein Anstieg der Entfernungsschätzung für Distanzen bis 4 m zu beobachten. Entferntere Stimuli wurden aber in der Distanz stark unterschätzt und in der Lautheit teilweise konstant bewertet.