Variable Raumakustik – Multifunktionalität von Probesälen
* Presenting author
Abstract:
Orchester benötigen zum Proben grosse Säle mit einer entsprechenden Raumakustik. Gleichzeitig steht nicht jedem Orchester ein eigener Probesaal zur Verfügung. Vielfach werden Probensäle durch mehrere Ensembles und Orchester mit unterschiedlichen Besetzungsgrössen und Musikstilen bespielt, woraus sich die Notwendigkeit einer variablen Raumakustik ergibt. Eine weitergehende Nutzung der Säle z.B. für Vorträge, Präsentationen und verschiedenste Musikaufführungen mit Publikum erhöht die Anforderungen an die Variabilität. Wege der raumakustischen Gestaltung, um den diversen, zum Teil divergenten Anforderungen möglichst gerecht zu werden, sollen in diesem Beitrag anhand von zwei Beispielen aufgezeigt werden: der Kammermusiksaal im Neubau der "Hochschule Luzern – Musik" und der "Paul Sacher Saal" in einem umgenutzen Kirchenraum des Musik- und Kulturzentrums Don Bosco Basel. Eine besondere Herausforderung bei der Planung des Kammermusiksaals war, auch geeignete Bedingungen für Proben eines Symphonieorchesters mit grosser Besetzung in dem mit einem Volumen von ca. 3000 Kubikmeter eher zu kleinen Saal zu schaffen. Im "Paul Sacher Saal’"setzen vorhandene Geometrie und Baustruktur sowie der Denkmalschutz den Rahmen, in den sich die variable Raumakustik einpassen musste. Nicht als Hauptnutzung geplant, aber "coronabedingt" forciert wird der Saal nun vermehrt für Aufnahmen klassischer Ensemble und Orchester genutzt.